
Maximale Perspektive: Deutschlands beste Jungforscher 2026
„Maximale Perspektive“ – unter diesem Motto stand die 61. Wettbewerbsrunde von Jugend forscht. Inzwischen stehen auch die Siegerinnen und Sieger des Bundesfinales 2026 fest.
Vom 28. bis 31. Mai 2026 kamen die besten Jungforscherinnen und Jungforscher Deutschlands bei Schaeffler in Herzogenaurach zusammen. Für den Bundeswettbewerb qualifizieren sich die Teilnehmenden, die zuvor bei einem der Jugend-forscht-Landeswettbewerbe einen ersten Preis gewonnen haben. Das Finale ist damit der Höhepunkt einer Wettbewerbsrunde, die lange vorher in den Regionen und Bundesländern beginnt.
Große Ideen brauchen kein Alter
Die Themen des Bundesfinales reichen von Medizin und Klimaanpassung über künstliche Intelligenz bis zu technischen Lösungen für ganz alltägliche Probleme. Zusätzlich zu den ersten Preisen in den sieben Fachgebieten wurden vier fachgebietsübergreifende Bundessiege vergeben.
Viyona und Aarav Singh erhielten den Preis des Bundespräsidenten für eine außergewöhnliche Arbeit. Sie untersuchten die Grenzen von AlphaFold3 bei der Vorhersage spiegelbildlicher Proteinstrukturen. Tim Kammel wurde für seine Forschung zur Mechanik von Sanduhren mit dem Preis des Bundeskanzlers für die originellste Arbeit ausgezeichnet.
Julian Scharnowski überzeugte mit einer selbst entwickelten Vakuumpinzette für winzige Elektronikbauteile und gewann den Preis für die beste interdisziplinäre Arbeit. Vincent Nack erhielt für ein KI-System zum Schutz vor Telefonbetrug den Preis für die innovativste Arbeit.
Allein diese vier Projekte zeigen, wie viel in dem Motto „Maximale Perspektive“ steckt: genau hinschauen, ungewöhnliche Fragen stellen und Lösungen entwickeln, auf die vorher vielleicht noch niemand gekommen ist.

Foto: Marco Warmuth

Foto: Marco Warmuth
Große Ideen brauchen kein Alter: Sachsen-Anhalt beim Bundesfinale
Bei aller bundesweiten Begeisterung schaue ich natürlich besonders gespannt auf die Ergebnisse aus Sachsen-Anhalt. Seit vier Jahren darf ich die Preisverleihung des Landeswettbewerbs in Halle moderieren.
Bevor die Preisverleihung beginnt, liegen bereits zwei Projekttage hinter den Teilnehmenden. In dieser Zeit stellen sie ihre Arbeiten vor und die Jury bewertet die Projekte. Höhepunkt des Landeswettbewerbs ist dann die Prämierung: Die ausgezeichneten Projekte werden gewürdigt und die Preise feierlich übergeben.

Foto: Marco Warmuth
Bei der Preisverleihung geht es darum, die Arbeit der Kinder und Jugendlichen wertzuschätzen, ihre Erfolge sichtbar zu machen und ihnen den Moment zu geben, den sie sich mit viel Ausdauer verdient haben.
Für mich heißt das: Namen, Projekttitel, Preise, Laudationen und Übergänge müssen sitzen. Gleichzeitig soll die Freude im Saal nicht in einem starren Ablauf verschwinden. Eine gute Preisverleihung braucht einen klaren Rahmen – und darin Platz für echte Reaktionen, Stolz und Applaus.
Besonders groß ist die Spannung bei den ersten Preisen. Denn für die Landessiegerinnen und Landessieger geht die Reise anschließend beim Bundeswettbewerb weiter.
Vier ausgezeichnete Projekte aus Sachsen-Anhalt
Beim Bundesfinale 2026 wurden vier Projekte aus Sachsen-Anhalt ausgezeichnet – eines davon sogar doppelt.
Mehr Sicherheit in der Küche
Zoé Leider, Agnesa Berisha und Enie Knospe vom Winckelmann-Gymnasium Stendal erhielten im Fachgebiet Arbeitswelt den 5. Preis. Ihr Projekt trägt den Titel „Bessere Arbeitssicherheit und Ergonomie in der Gastronomie durch innovatives Kochgeschirr“.
Die drei entwickelten doppelwandige Töpfe für Induktionsherde, deren Thermoisolierung vor Verbrennungen schützen soll. Auch das Abgießen und die Handhabung des Kochgeschirrs wurden ergonomisch verbessert.
Grüne Fassaden, die auf das Wetter reagieren
Janis Rapthel aus Halle, Schüler des Christian-Wolff-Gymnasiums, gewann im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften den 2. Preis. Zusätzlich erhielt er den Preis für eine Arbeit auf dem Gebiet der Geographie.
Sein Projekt heißt „Grüne Fassaden im Klimawandel – Der Einfluss von Wetterdaten auf die Entstehung klimaresilienter Fassadensysteme“. Dafür verband er Wetterdaten mit einer automatisierten Bewässerung, damit Fassadenpflanzen auch bei Hitze und Trockenheit gezielt versorgt werden können.
Rennsimulation mit echtem Fahrgefühl
Konrad Fassian aus Leuna, Schüler des Elisabeth-Gymnasiums Halle, erreichte im Fachgebiet Technik den 4. Preis. Er entwickelte und optimierte einen elektrischen Linearaktuator für hohe Kräfte.
Seine Technik kann Bewegungen aus einer Rennsimulation körperlich spürbar machen. Der Prototyp ist sogar in der Lage, das Fahrgefühl auf Kopfsteinpflaster zu simulieren.
Forschungsaufenthalt am CERN
Nele Schwabe aus Zerbst/Anhalt, Schülerin der Landesschule Pforta, wurde für ihr Physikprojekt „Quantitative MRT – Messtechniken zur Bestimmung von Strömungsgeschwindigkeiten“ mit einem Forschungsaufenthalt am CERN in der Schweiz ausgezeichnet.
Sie nutzte Magnetresonanztomografie, um Strömungen in komplexen Kanälen sichtbar zu machen und ihre Geschwindigkeit zu bestimmen. Ihre Messungen können dabei helfen, Computersimulationen solcher Strömungen zu überprüfen und zu verbessern.
Herzlichen Glückwunsch an alle ausgezeichneten Jungforscherinnen und Jungforscher – und natürlich ganz besonders an die erfolgreichen Teilnehmenden aus Sachsen-Anhalt!

Foto: Marco Warmuth

Foto: Marco Warmuth
Der Landeswettbewerb im MDR
Der MDR hat den Landeswettbewerb in Halle begleitet. Das Video zeigt Eindrücke von den Projekttagen und von der Preisverleihung und vermittelt sehr schön, wie viel Arbeit, Konzentration und Freude in diesem Wettbewerb stecken.
Eine Preisverleihung mit eigener Schülerband
Ein persönliches Highlight des Landeswettbewerbs war für mich in diesem Jahr die Musik. Zum ersten Mal begleitete eine Schülerband die Preisverleihung: „45 Minutes“ aus Halle.
Ich liebe Musik und finde, dass eine gute Liveband eine Preisverleihung enorm aufwerten kann. Nicht als Lückenfüller, sondern als eigener Teil der Dramaturgie. „45 Minutes“ spielte einen eigens vorbereiteten Jingle und präsentierte drei Songs – sehr professionell und mit viel Energie.
An ihrer Schule war an diesem Tag Abistreich. Einige Bandmitglieder kamen deshalb sogar mit bemalten Gesichtern zur Veranstaltung. Auf der Bühne ließen sie sich davon nichts anmerken.
Besonders hängen geblieben ist mir der Song „Pokémon“. Hinter der abenteuerlichen Fantasiewelt steckt eine motivierende Hymne darüber, das eigene Potenzial zu entfalten, Herausforderungen anzunehmen und sich auf den Weg zu machen, um Neues zu lernen. Ehrlich gesagt: Einen passenderen Soundtrack für Jugend forscht kann man sich kaum wünschen.

Foto: Marco Warmuth
Was von „Maximale Perspektive“ bleibt
Jugend forscht zeigt jedes Jahr, was möglich wird, wenn junge Menschen eigene Fragen verfolgen dürfen und dabei Unterstützung bekommen. Die Auszeichnungen beim Bundesfinale sind der sichtbare Höhepunkt. Dahinter stehen unzählige Stunden Arbeit, neue Versuche, Rückschläge und Erkenntnisse.
Für mich ist es etwas Besonderes, seit vier Jahren bei der Preisverleihung in Sachsen-Anhalt einen kleinen Teil dieses Weges begleiten zu dürfen. Ich bin gespannt, welche Ideen im kommenden Jahr auf der Bühne ausgezeichnet werden.
Mehr über meine Arbeit bei Preisverleihungen und als Eventmoderatorin findest du auf meiner Website.