Jenna von Thäne · Moderatorin & Medien-Allrounderin

Kamera, Regie, Live-Schalte: Girls’Day beim MDR in Leipzig

Wie entsteht Fernsehen eigentlich? Nicht erst in dem Moment, in dem die rote Lampe angeht. Beim Girls’Day am 23. April 2026 konnten Schülerinnen beim MDR in Leipzig genau dorthin schauen, wo sonst Kameras, Kabel, Regiepulte und sehr viele konzentrierte Menschen ihren Job machen. Studio statt Klassenzimmer. Ich durfte den Tag als MDR-Reporterin begleiten – mit neugierigen Fragen, Technik zum Ausprobieren und TV-Schalten für „MDR um 2“ sowie „MDR um 4 – Der starke Osten“.

Jenna von Thäne steht beim Girls’Day mit MDR-Mikrofon im Fernsehstudio.
Behind the Scenes im MDR-Studio.

Studio statt Klassenzimmer

Der MDR öffnete zum Girls’Day, Boys’Day und Zukunftstag seine Türen an verschiedenen Standorten sowie beim KiKA und im MDR-Funkhaus in Leipzig. Dort hieß es vor allem: nicht nur zuschauen, sondern ausprobieren. Licht setzen, Kameras testen, Studio-Luft schnuppern und einen Blick in die Regie werfen. Genau dabei wird schnell sichtbar, wie viele Berufe und Arbeitsschritte hinter wenigen Minuten Fernsehen stecken.

Vor der Kamera sieht am Ende vieles leicht aus. Dahinter greifen Technik, Redaktion, Kamera, Ton, Licht und Regie ineinander. Beim Rundgang wurde diese oft unsichtbare Arbeit greifbar: Die Teilnehmerinnen durften ausprobieren, nachfragen und selbst entdecken, welche Aufgaben hinter einem Fernsehbeitrag stecken.

Licht ist beim Fernsehen extrem wichtig. Im Fernsehstudio sind rund 90 Studioscheinwerfer eingebaut, die gezielt bedient werden müssen. Passend dazu konnten sich die Teilnehmerinnen im Workshop „Malen mit Licht“ selbst ausprobieren und erleben, wie stark Licht die Wirkung eines Bildes verändert.

Im Workshop „Malen mit Licht“ konnten die Teilnehmerinnen selbst ausprobieren, wie Licht Bilder verändert.
Auch Requisiten und Verwandlung gehören zur Fernsehwelt.
Ein Blick in den Hauptschaltraum.
Kamera, Monitore und Regiepult: Hier laufen die Bilder zusammen.

Anfassen ausdrücklich erlaubt

Eine Kamera einmal selbst in die Hand zu nehmen, verändert den Blick. Plötzlich ist da nicht mehr nur ein Fernsehbild, sondern eine Entscheidung: Welcher Ausschnitt erzählt etwas? Woher kommt das Licht? Was muss im Ton stimmen? Und wer behält in der Regie eigentlich den Überblick, wenn auf mehreren Monitoren gleichzeitig etwas passiert?

Solche Einblicke sind wertvoll, weil Berufe dadurch konkret werden. „Irgendwas mit Medien“ bekommt auf einmal Namen, Aufgaben und Arbeitsplätze. Vielleicht liegt der spannendste Platz für eine Teilnehmerin später vor der Kamera. Vielleicht aber auch am Mischpult, hinter einer Studiokamera, in der Bildregie, im Schnitt oder in der technischen Planung.

Medien und Technik sind keine Männerdomäne

Das war für mich einer der wichtigsten Gedanken dieses Tages: Medien, Technik und Fernsehen sind absolut keine Männerdomäne. Trotzdem hilft es, Arbeitsplätze nicht nur theoretisch zu beschreiben, sondern jungen Menschen zu zeigen: Du kannst hier stehen. Du kannst diese Kamera bedienen. Du kannst Entscheidungen treffen. Du kannst eine Geschichte erzählen oder dafür sorgen, dass sie technisch überhaupt auf den Bildschirm kommt.

Der Girls’Day schafft dafür einen geschützten Raum. Niemand muss schon wissen, welcher Beruf es später einmal werden soll. Neugier reicht für den Anfang vollkommen. Und davon war in Leipzig reichlich vorhanden. Die Teilnehmerinnen haben geschaut, getestet und viele Fragen gestellt. Genau so soll es sein.

Mit dem Mikro mitten im Geschehen

Ich habe die Schülerinnen an diesem Tag nicht nur begleitet, sondern auch mit ihnen gesprochen. Was nehmen sie wahr, wenn sie zum ersten Mal in einem Fernsehstudio stehen? Was überrascht sie? Und wie fühlt es sich an, plötzlich selbst Teil dessen zu sein, was sonst nur auf dem Bildschirm erscheint?

Für mich ist eine Reportage oder Live-Schalte immer dann besonders gut, wenn nicht einfach über Menschen gesprochen wird, sondern mit ihnen. Deshalb gehörten die Stimmen der Teilnehmerinnen selbstverständlich dazu. Meine Aufgabe war es, ihre Eindrücke aufzunehmen und gleichzeitig für die Zuschauerinnen und Zuschauer zu zeigen, was beim Girls’Day hinter den Kulissen des MDR passiert.

Collage vom Girls’Day beim MDR Leipzig mit Interview, Fernsehstudio, Kamera und Bildregie.
Interview, Studio und Regie: ein Tag, viele Perspektiven.

Live aus Studio 2

Für die TV-Schalten ging es ins Studio 2, das frühere Studio von „MDR um 4“. Von dort meldete ich mich für „MDR um 2“ und „MDR um 4 – Der starke Osten“. Live-TV hat seine eigene Spannung: Anfang und Ende müssen klar sein, dazwischen heißt es aufmerksam bleiben, zuhören und flexibel reagieren.

Für viele Gesprächspartnerinnen ist so ein Live-Moment neu. Dann sind Ruhe und ein echtes Ohr mindestens genauso wichtig wie das Mikrofon in der Hand.

Die TV-Schalte zum Girls’Day beim MDR in Leipzig. Video direkt beim MDR öffnen.

Nach der Schalte: Feinarbeit am Schnittplatz

Das folgende Video zeigt einen Schnittplatz. Hier werden Beiträge geschnitten. Auch eine Schalte wird im Schnitt noch einmal „geputzt“: Anfang und Ende werden bearbeitet, damit sie sauber beginnt und endet.

Am Schnittplatz: Hier werden Beiträge geschnitten und die Schalte am Anfang und Ende „geputzt“.

Danke für eure Neugier

Danke an alle mutigen und neugierigen Girls, die an diesem Tag so viele Fragen mitgebracht haben. Es hat Spaß gemacht, mit euch durch Studio und Regie zu gehen und eure Perspektive in den MDR-Beitrag aufzunehmen.

Den Tag habe ich außerdem auf LinkedIn und Instagram geteilt.

Mehr über meine Arbeit vor der Kamera findest du unter TV-Moderation und auf der Seite Meine Erfahrung. Du planst ein Format und suchst eine Moderatorin oder Reporterin? Dann schreib mir gern über Kontakt.