
Bye, bye Mai – zwischen Reportage, Regen und Greenscreen
Schon verrückt, was alles in einen Monat passt. Der Mai hatte Kamera. Mikro. Regen. Greenscreen. Einen Campingplatz. Amselbabys auf dem Balkon. Und zum Schluss eine kleine Auszeit in der Sächsischen Schweiz. Also eigentlich alles wie immer. Nur ein bisschen mehr davon.

Von der ersten Idee bis zur fertigen Reportage
Einer der besonderen Momente im Mai: Eine Reportage, an der ich als Autorin mehrere Monate gearbeitet habe, wurde veröffentlicht. Aus Recherche, vielen E-Mails und Telefonaten, Gesprächen und einigen Drehtagen wird irgendwann ein fertiger Beitrag.
Bevor die Kamera überhaupt läuft, steckt bereits viel Vorarbeit in so einem Projekt. Zuerst entsteht aus der Recherche ein Exposé, daraus ein Treatment und schließlich ein Drehbuch, das den roten Faden für die Dreharbeiten vorgibt. Natürlich verändert sich unterwegs manches, weil Gespräche neue Perspektiven öffnen oder sich Situationen anders entwickeln als erwartet. Doch das fertige Fernsehstück entsteht nicht zufällig aus einem Berg unsortierten Materials, sondern auf Grundlage eines Konzepts, das über Monate immer weiter geschärft wird.
Genau diese Mischung mag ich am Journalismus: neugierig losgehen, genau hinsehen und am Ende etwas erzählen, das vorher noch nicht in dieser Form da war.

Live heißt: Es passiert jetzt
Im Mai war ich außerdem wieder einige Male als Live-Reporterin für den MDR unterwegs. Live-TV ist sein eigenes kleines Universum. Du kannst dich gut vorbereiten. Du solltest sogar. Aber irgendwann zählt nur noch der Moment. Dann stehst du vor der Kamera, hörst die Regie im Ohr und weißt: Jetzt.


Kein zweiter Versuch. Kein „Das machen wir noch einmal etwas lockerer“. Wenn es regnet, regnet es. Wenn etwas anders läuft als geplant, wird genau das Teil der Situation. Bei einem TV-Schalten-Termin hat der Regen jedenfalls sehr engagiert mitgearbeitet. Gute Regenjacke, Mikro festhalten, weiter geht’s. Romantik kann Fernsehen.

Und dann stand ich endlich auch einmal mit meinem Kollegen und MDR um 4 Moderator Peter Imhof vor der Kamera. Solche Begegnungen gehören für mich genauso dazu wie die Sekunden kurz vor einer Live-Schalte: Kolleg:innen treffen, voneinander lernen und gemeinsam dafür sorgen, dass der Moment vor der Kamera funktioniert.
Mehr über meine Arbeit vor der Kamera findest du unter TV-Moderation.
Manchmal bin ich nur zu hören

Zwischen den Drehs ging es ins Studio. Dort habe ich Beiträge für ARD und ZDF gesprochen. Sprecherarbeit wirkt von außen oft ruhiger als ein Live-Einsatz. Kein Publikum. Kein Wetter. Niemand hält dir spontan ein Mikro hin. Dafür wird plötzlich jede kleine Betonung hörbar.
Ein Satz kann inhaltlich richtig sein und trotzdem noch nicht stimmen. Vielleicht fehlt ihm Tempo. Vielleicht braucht ein Wort mehr Raum. Vielleicht klingt die geschriebene Form beim Sprechen einfach zu sperrig. Dann wird gefeilt. Nicht, bis alles künstlich perfekt klingt. Sondern bis der Text so klingt, als wäre er genau dafür gemacht: gehört zu werden.
Diese konzentrierte Arbeit mit Sprache ist ein schöner Gegenpol zum Trubel draußen. Mehr dazu gibt es auf meiner Seite als Sprecherin und Voice-over-Stimme.
Greenscreen, Augenarzt und andere Kulissen
Auch visuell hatte der Mai einiges im Angebot. Für einen Dreh in Berlin stand ich vor einem Greenscreen. Herrlich absurd. Um dich herum: grüne Fläche, Licht, Kamera und Menschen, die sehr genau wissen, was später an dieser Stelle zu sehen sein wird. Du selbst siehst davon erst einmal: grün.
Für RTL ging es außerdem zu einem Dreh beim Augenarzt. Ein komplett anderes Thema, ein anderer Ort, andere Gesprächspartner:innen. Genau diese Wechsel liebe ich an meinem Beruf. An einem Tag geht es um eine Reportage. Am nächsten um eine Live-Schalte. Danach sitzt du im Studio oder vor einer grünen Wand. Immer wieder neu zuhören. Neu verstehen. Neu den richtigen Ton finden. Routine hilft dabei. Neugier noch mehr.


Das Leben zwischen den Terminen

Und dann ist da natürlich noch das Leben rundherum. Im Mai habe ich zwischendurch Getränke verkauft. Hin und wieder arbeite ich auch in einer Bar, einfach weil es mir Spaß macht und ein ganz anderer Ausgleich ist. Dort begegne ich Menschen auf eine Weise, die im Medienalltag oft wenig Platz hat: Ich kann ihnen ein Lächeln und ein offenes Ohr schenken. Auf meinem Balkon konnte ich außerdem Amselbabys beim Großwerden zusehen. Schon die zweite Brut. Eine ziemlich kleine Bühne, aber mit erstaunlich lautem Ensemble.

Es gab Family-Zeit auf dem Campingplatz. Rucksack auf, raus. Und als Abschluss eine Mini-Auszeit in der Sächsischen Schweiz. Diese Momente sind nicht das Gegenteil von Arbeit. Sie gehören für mich dazu. Denn ein voller Monat besteht nicht nur aus fertigen Beiträgen, gelungenen Drehs und Terminen im Kalender, sondern auch aus nassen Jacken, Pausen, Gesprächen, gemeinsamen Wegen und dem kurzen Blick auf ein Vogelnest.


Danke, Mai
Ich durfte in diesem Monat spannende Menschen vor und hinter der Kamera treffen. Ich durfte schreiben, sprechen, berichten und immer wieder in neue Themen eintauchen. Deshalb: Danke an alle Auftraggeber, Kolleg:innen, Family und Friends, die diesen Mai mit mir geteilt haben.
Bye, bye Mai. Und hallo Juni. Ich bin bereit.
Du planst ein Format vor der Kamera, auf der Bühne oder mit einer Stimme aus dem Off? Dann schau gern bei meinen Erfahrungen vorbei oder schreib mir direkt über die Kontaktseite.
Diesen Monatsrückblick habe ich zuerst in kürzerer Form auf LinkedIn geteilt.