Jenna von Thäne · Moderatorin & Medien-Allrounderin

Lampenfieber, Routine, Reset – wie ich vor der Bühne in Form komme

Ehrlich? Das Kribbeln vor der Bühne ist nie ganz weg. Auch nach über zehn Jahren nicht. Und weißt du was – ich will es gar nicht loswerden. Lampenfieber ist bei der Moderation kein Feind, den du besiegen musst, sondern Energie, die du lesen lernst. Dieses Flattern im Bauch, kurz bevor das Licht angeht, heißt nur: Es ist mir nicht egal. Wer gar nicht nervös ist, ist oft auch nicht ganz da. Was ich über die Jahre gelernt habe, ist nicht, das Lampenfieber wegzumachen, sondern es umzulenken – in Fokus, in Präsenz, in genau die Wachheit, die einen guten Auftritt ausmacht. Wie ich kurz vor der Bühne in Form komme, erzähle ich dir hier ganz offen.

Jenna von Thäne – Portrait

Lampenfieber ist ein Signal, kein Feind

Lass uns gleich mit dem größten Missverständnis aufräumen: Nervosität ist nichts Schlechtes. Dein Körper macht dich startklar. Das Herz schlägt schneller, die Sinne werden schärfer, du bist plötzlich hellwach. Das ist genau der Zustand, in dem du auf einer Bühne sein willst. Das Problem ist nie das Lampenfieber selbst – das Problem ist, wenn du dagegen ankämpfst und dich verkrampfst.

Ich habe irgendwann aufgehört, das Kribbeln als „Angst“ zu bezeichnen. Ich nenne es Anspannung, und Anspannung ist nutzbare Energie. Wenn ich den ersten Schritt auf die Bühne mache, ist dieser ganze aufgestaute Strom genau das, was meine Stimme trägt und meine Augen wach hält. Die Kunst ist, dieses Lampenfieber vor der Moderation nicht zu unterdrücken, sondern ihm eine Richtung zu geben.

Der Unterschied zwischen Angst und Vorfreude

Spannenderweise fühlen sich Angst und Vorfreude im Körper fast gleich an – schneller Puls, Schmetterlinge, leichte Unruhe. Der Unterschied liegt im Kopf, in der Bewertung. Ich habe mir angewöhnt, das Gefühl bewusst umzudeuten: nicht „ich bin nervös“, sondern „ich bin bereit“. Das klingt wie ein kleiner Trick, aber er wirkt. Dieselbe Energie, anderes Etikett.

Vertrauen kommt aus Vorbereitung

Der mit Abstand größte Beruhiger ist kein Atemtrick und kein Spruch im Spiegel. Es ist Vorbereitung. Ich bin entspannter, je besser ich weiß, worauf ich mich einlasse. Wenn ich den Ablauf im Kopf habe, die Namen sitzen, die Aussprachen geklärt sind und ich weiß, wer im Saal sitzt, dann hat das Lampenfieber viel weniger Angriffsfläche.

Klingt fast paradox: Je gründlicher ich mich vorbereite, desto spontaner und ruhiger bin ich auf der Bühne. Weil ich den roten Faden so sicher kenne, kann ich auch mal abweichen, einen Moment aufgreifen, lachen – ohne Angst, den Faden zu verlieren. Die Sicherheit kommt nicht daher, dass ich alles auswendig kann, sondern daher, dass ich alles verstanden habe. Diese gründliche Vorbereitung ist für mich der Kern jeder guten Eventmoderation.

Meine Rituale vor dem Auftritt

Was mir kurz vor dem Start hilft, ist über die Jahre fast immer dasselbe. Nicht aus Aberglaube – sondern weil Vertrautes beruhigt. Wenn der Ablauf jedes Mal ähnlich ist, weiß mein Körper: alles unter Kontrolle, das kennen wir. Diese kleine Routine ist mein Anker.

  • Ein paar ruhige Atemzüge, bewusst langsam ausgeatmet – dazu gleich mehr.
  • Den ersten Satz im Kopf parat haben. Der Einstieg trägt den Rest.
  • Kurz allein sein, ein, zwei Minuten weg vom Trubel hinter der Bühne.
  • Mir bewusst machen: Ich bin vorbereitet. Ein kurzer innerer Check, kein Nachgrübeln.
  • Einmal kurz lächeln, auch wenn keiner zuschaut – das löst spürbar etwas.

Diese fünf Dinge dauern zusammen vielleicht drei Minuten. Aber sie holen mich aus dem Kopf zurück in den Körper, und genau dahin gehöre ich, bevor es losgeht.

Atmung: der schnellste Weg zur Ruhe

Wenn ich nur einen einzigen Tipp weitergeben dürfte, wäre es dieser: Atme aus. Bei Nervosität atmen die meisten zu flach und zu schnell, fast nur in den oberen Brustkorb. Das hält den Körper im Alarm-Modus. Der Hebel ist die Ausatmung. Ein langes, ruhiges Ausatmen senkt den Puls und sagt dem Nervensystem: Gefahr vorbei, du kannst runterfahren.

Ich mache das ganz unspektakulär: einatmen auf vier Zähler, ausatmen auf sechs oder acht. Ein paar Runden davon hinter der Bühne, und die Schultern sinken von selbst ein Stück. Niemand sieht es, und es wirkt schneller als alles andere. Das Schöne daran ist, dass du es überall machen kannst – im Backstage-Bereich, im Auto auf dem Weg, sogar in der Sekunde, bevor du auf die Bühne trittst.

Der erste Satz trägt alles

Es gibt diesen einen kritischen Moment: die ersten Sekunden auf der Bühne. Genau da ist die Nervosität am größten. Mein Gegenmittel ist, dass ich den ersten Satz immer fertig im Kopf habe. Nicht den ganzen Abend, nicht die ganze Begrüßung Wort für Wort – nur den Einstieg.

Warum nur der erste Satz? Weil er die Brücke ist. Sobald die ersten Worte raus sind und der Klang meiner eigenen Stimme im Raum steht, übernimmt die Routine. Der Rest fließt. Das Lampenfieber, das kurz vorher noch laut war, wird ab dem ersten Satz leise. Es ist, als würde ein Schalter umgelegt: Vorhin war ich die Person, die wartet – jetzt bin ich die Person, die führt.

Reset, wenn live etwas schiefgeht

Und jetzt zum Teil, vor dem alle am meisten Respekt haben: Was, wenn auf der Bühne wirklich etwas hakt? Das Mikro stirbt, ein Name verrutscht, der Einspieler startet nicht, ein Gedanke ist plötzlich weg. Das passiert. Auf einer Live-Bühne ist das nicht die Ausnahme, sondern gehört dazu. Der Unterschied liegt nur darin, wie du damit umgehst.

Mein Werkzeug heißt innerer Reset. Kein Panik-Modus, sondern drei kleine Schritte: durchatmen, lächeln, weiter. Ich gestehe mir eine Sekunde zu, in der ich nicht sofort reagieren muss. Diese eine Sekunde fühlt sich für mich wie eine Ewigkeit an – für das Publikum ist sie unsichtbar. Danach mache ich einfach weiter, oft mit einem kleinen, ehrlichen Augenzwinkern.

Was bei einem Blackout wirklich hilft

Ein Blackout – der Moment, in dem der nächste Gedanke einfach weg ist – fühlt sich schlimm an, ist aber harmloser, als du denkst. Mein Trick: nicht so tun, als wäre nichts. Eine kurze Pause ist erlaubt. Ich greife einen Punkt auf, der gerade im Raum ist – das letzte Stichwort, eine Reaktion aus dem Publikum, eine ehrliche Mini-Bemerkung. Das überbrückt die Lücke und gibt dem roten Faden Zeit, zurückzukommen. Und weil ich den Ablauf grundsätzlich verstanden habe (siehe Vorbereitung), finde ich fast immer schnell wieder rein.

Warum das Publikum Souveränität honoriert – und Ehrlichkeit liebt

Hier kommt die vielleicht wichtigste Erkenntnis aus all den Jahren: Das Publikum verzeiht fast jede Panne, solange du souverän bleibst. Niemand im Saal zählt deine kleinen Versprecher. Was die Leute spüren, ist die Haltung dahinter. Bleibst du ruhig, bleiben sie ruhig. Gerätst du in Panik, wird es allen unangenehm.

Und noch etwas: Du darfst ehrlich sein. Wenn die Technik streikt und alle es merken, muss ich nicht so tun, als wäre alles bestens. Ein lockeres „Die Technik macht gerade eine kleine Kaffeepause, geben wir ihr den Moment“ ist tausendmal besser als verkrampftes Weitermachen. Diese Ehrlichkeit macht dich nahbar – und Nahbarkeit ist auf einer Bühne unbezahlbar. Oft werden genau diese ungeplanten, echten Momente zum Höhepunkt des Abends, weil sie das Einzige sind, was garantiert nicht gescriptet ist. 😊

Lampenfieber bleibt – und das ist gut so

Ich werde oft gefragt, ob das mit den Jahren weggeht. Meine ehrliche Antwort: nein, und ich hoffe, es bleibt. Der Tag, an dem mir vor einer Bühne völlig gleichgültig ist, wäre der Tag, an dem ich aufhören sollte. Das Kribbeln ist der Beweis, dass mir die Sache wichtig ist und dass ich jeden Auftritt ernst nehme. Was sich verändert hat, ist nicht die Menge an Lampenfieber, sondern mein Umgang damit. Aus diffuser Aufregung ist gerichtete Energie geworden.

Diese Mischung aus gründlicher Vorbereitung, ein paar verlässlichen Ritualen und der inneren Ruhe, im Ernstfall einfach weiterzumachen – das ist es, was eine Moderation souverän macht. Mehr über meinen Weg und woher diese Routine kommt, findest du auf der Seite zu meiner Erfahrung.

Häufige Fragen zu Lampenfieber bei der Moderation

Hat man auch nach Jahren noch Lampenfieber?

Ja – und das ist völlig normal. Auch nach über zehn Jahren auf Bühnen spüre ich vor jedem Auftritt ein Kribbeln. Es verschwindet nicht, aber der Umgang damit verändert sich. Statt gegen die Nervosität zu kämpfen, nutze ich sie als Energie und Fokus. Das Lampenfieber ist für mich ein Zeichen, dass mir die Sache wichtig ist.

Was tun bei einem Blackout auf der Bühne?

Nicht in Panik geraten und nicht so tun, als wäre nichts. Eine kurze Pause ist erlaubt und fällt dem Publikum kaum auf. Ich atme einmal durch, greife einen Punkt auf, der gerade im Raum ist – das letzte Stichwort oder eine Reaktion aus dem Saal – und überbrücke so die Lücke, bis der rote Faden zurückkommt. Weil ich den Ablauf verstanden habe, finde ich meist schnell wieder rein.

Hilft Auswendiglernen gegen Lampenfieber?

Nur bedingt. Wer einen Text Wort für Wort auswendig lernt, gerät bei der kleinsten Abweichung leichter ins Stocken. Ich lerne lieber den ersten Satz fest und verinnerliche ansonsten den roten Faden und die Inhalte. So bin ich sicher, ohne abhängig vom exakten Wortlaut zu sein – und kann auf der Bühne frei und ruhig bleiben.

Wie beruhigst du dich kurz vor dem Auftritt?

Mit einer kleinen, immer gleichen Routine: ein paar bewusst lange Ausatmungen, der erste Satz im Kopf, ein, zwei Minuten allein abseits vom Trubel und ein kurzes Lächeln. Das holt mich aus dem Kopf zurück in den Körper. Der schnellste Einzeltrick ist die Atmung – langsam ausatmen senkt den Puls in Sekunden.

Bereit für deine Bühne

Lampenfieber gehört dazu – die Kunst ist, es in Souveränität zu verwandeln. Genau das bringe ich auf jede Bühne mit: die Ruhe, die aus Vorbereitung kommt, und die Wärme, die aus echter Präsenz entsteht. Wenn du eine Moderatorin suchst, die auch dann gelassen bleibt, wenn es mal holprig wird, dann lass uns sprechen. Schau dir an, wofür ich als Moderatorin gebucht werde, wirf einen Blick auf meine Erfahrung – und wenn du jemanden für deine Bühne suchst, schreib mir einfach. Ich freue mich darauf.