Jenna von Thäne · Moderatorin & Medien-Allrounderin

18. Velorex-Treffen: Seltene Oldtimer mit besonderem Look und Sound

Am letzten Juli-Wochenende sind im Kreis Wittenberg wieder Fahrzeuge unterwegs, die man im normalen Straßenverkehr kaum sieht: Velorex. Beim 18. Velorex-Treffen in Pretzsch an der Elbe kommen diese seltenen Oldtimer zusammen, mit speziellem Look, eigenem Sound und sehr viel Liebe zum Detail.

Für mich war das ein Thema, das schon auf den ersten Blick Bilder erzählt: drei Räder, Kunstleder, und Menschen, die sofort anfangen zu strahlen, wenn sie von ihren Fahrzeugen sprechen.

Vor Ort war ich als Live-Reporterin mit einem Drehteam vom MDR unterwegs und habe für MDR um 2 und MDR um Vier – Der starke Osten berichtet. Wer sich die Sendungen in der ARD Mediathek anschauen möchte, findet sie dort.

Teilnehmende beim Velorex-Treffen in Pretzsch an der Elbe mit rotem Velorex
Die Teilnehmenden kommen aus Rostock, Wurzen, Wernigerode, Erlangen oder der Schweiz.

Was den Velorex so besonders macht

Ein Velorex ist ein motorisiertes Dreirad: vorne zwei Räder, hinten eins, dazu eine Karosserie, die mit Kunstleder verkleidet ist. Genau dieser Mix macht den unverwechselbaren Look aus. Ein bisschen skurril, ein bisschen charmant und ziemlich selten.

Die Fahrzeuge stammen aus der ehemaligen Tschechoslowakei. Rund 15.000 sollen produziert worden sein. In Deutschland sind heute schätzungsweise nur etwa 40 Velorex zugelassen. Wenn sich mehrere davon in Pretzsch sammeln, ist das also nicht einfach ein Oldtimertreffen, sondern ein ziemlich besonderes Bild.

Mehr zur Geschichte, Fahrzeug-Daten und anstehenden Treffen – hier entlang.

Start Ausfahrt 24.07.2026 Pretzsch
Kurzer Blick auf Fahrzeuge und Sound.
Drei Räder und viel Charakter.

Ausfahrt durch den Kreis Wittenberg

Am Wochenende stehen gemeinsame Ausfahrten im Mittelpunkt. Die Velorex sind dabei eher gemütlich als rasant unterwegs: ungefähr 60 Kilometer pro Stunde sind eine typische Ausfahrtgeschwindigkeit. Genau das passt zu diesen Fahrzeugen. Es geht nicht darum, schnell irgendwo anzukommen, sondern gemeinsam unterwegs zu sein und gesehen zu werden.

Halt machen die Ausfahrten unter anderem in Oranienbaum beim Eiscafé oder am Bauernmuseum Zahna. Perfekt, um sich selbst einmal vom speziellen Look und Sound zu überzeugen.

Die Teilnehmenden kommen unter anderem aus Wurzen, Rostock, Erlangen und sogar aus der Schweiz. Das zeigt, wie besonders dieses Treffen für die Szene ist. Nach Angaben vor Ort ist es das einzige seiner Art.

Jenna von Thäne berichtet mit MDR-Mikrofon vom Velorex-Treffen
Live-Eindruck vom Treffen in Pretzsch.
Jenna von Thäne im Gespräch mit Initiator Jürgen Kühn
Jürgen Kühn organisiert das Treffen seit Beginn.
Jenna von Thäne im Gespräch mit Ingewalde und Jürgen Nagler aus Wernigerode
Das Ehepaar Ingewalde und Jürgen Nagler sind seit mehr als zehn Jahren dabei.

Menschen, die diese Fahrzeuge lebendig halten

Initiator und Organisator des Treffens ist seit Beginn Jürgen Kühn. Ohne Menschen wie ihn würden solche Nischenthemen schnell verschwinden. Denn ein Treffen wie dieses organisiert sich nicht von allein: Kontakte pflegen, Ausfahrten abstimmen, Teilnehmende zusammenbringen, vor Ort den Überblick behalten.

Genau darin liegt für mich oft der Reiz solcher Reportagen. Man lernt nicht nur etwas über ein Fahrzeug, sondern auch über Menschen, die ein Stück Technikgeschichte mit Geduld, Wissen und ziemlich viel Begeisterung am Leben halten.

Ingewalde, Jürgen Nagler und ein Ebay-Fund

Auch Ingewalde und Jürgen Nagler aus Wernigerode sind seit mehr als zehn Jahren bei den Treffen dabei. Ihre Geschichte zeigt schön, wie viel Herzblut in so einem Velorex steckt: Früher ist Ingewalde mit einer „Dreifünfer-Jawa“ durch den Harz gecruist. Später, als mit Familie und Alter ein anderes Fahrzeug praktischer wurde, ist sie auf den Velorex gestoßen. Ihr Fahrzeug hat sie auf eBay in Frankfurt am Main gekauft, für 1.000 Euro. Danach haben sie und ihr Mann es über ein Jahr lang restauriert und wieder instand gesetzt. Seitdem sind die beiden bei den Treffen dabei.

Aus einem Fundstück wurde so ein Fahrzeug, das heute wieder auf die Straße kommt. Genau solche Geschichten machen Oldtimer lebendig. Nicht, weil alles perfekt ist, sondern weil man sieht, wie viel Arbeit, Erinnerung und Freude darin stecken.

Drei Räder, ein besonderer Sound und viele neugierige Blicke

Wenn die Velorex losfahren, schaut man automatisch hin. Der Sound ist speziell, die Form sowieso, und im Konvoi wirken die Dreiräder fast wie aus einer anderen Zeit. Gleichzeitig sind sie keine Museumsstücke. Sie fahren, sie werden gepflegt, repariert, gezeigt und gefahren.

Für eine TV-Reportage ist das dankbar: Man hat sofort starke Bilder, aber dahinter steckt mehr als Optik. Es geht um Gemeinschaft, um seltene Technik und um die Frage, warum Menschen so viel Zeit und Energie in ein Fahrzeug investieren, das man eben nicht an jeder Ecke sieht.

Mehr über meine Arbeit als Reporterin und vor der Kamera findest du auf meiner Seite zur TV-Moderation und unter Erfahrung.